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04.06.2026

Nachgefragt bei Anna Gütler von der Bäckerei Ölz: „Die Branche wird derzeit von einer Vielzahl an Veränderungen geprägt."

Höhere Kosten, strengere Gesetze und der Wunsch nach regionalen Zutaten: Das industrielle Backen muss auf solche Rahmenbedingungen reagieren. Wie der österreichische Marktführer Ölz Meisterbäcker diesen Wandel meistert und warum das perfekte Zusammenspiel von Müllerei und Bäckerei dabei über das Endprodukt entscheidet, darüber berichtet Anna Gütler, Produktentwicklerin bei Ölz hier kurz im Interview und ausführlich auf der VGMS-Getreidetagung am 23. Juni in Weihenstephan. Infos zum Programm sowie den Anmelde-Link gibt es hier: www.vgms.de/verband/termine

Anna Gütler von der Rudolf Ölz Meisterbäcker (c) Nadja Stoerk Photography

VGMS: Die Rudolf Ölz Meisterbäcker im österreichischen Dornbirn, ist in Deutschland nicht so bekannt. Stellen Sie das Unternehmen doch einmal kurz vor?

Die Rudolf Ölz Meisterbäcker GmbH & Co KG ist ein in vierter Generation familiengeführtes Traditionsunternehmen mit Sitz in Dornbirn in Vorarlberg. Wir verbinden industrielle Herstellung mit hochwertigen Backwaren und legen dabei einen starken Fokus auf Qualität und Innovation. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der sorgfältigen Auswahl unserer Rohstoffe sowie auf nachhaltigen Prozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch diese konsequente Ausrichtung sind wir heute Marktführer im Bereich verpackter Backwaren in Österreich und haben uns mit Produkten wie Toastbrot, Sandwiches und feinem Hefegebäck einen hohen Bekanntheitsgrad bis nach Süddeutschland erarbeitet. Gleichzeitig gewinnt auch unsere Präsenz in den europäischen Exportmärkten zunehmend an Bedeutung.

Der Titel Ihres Vortrages lautet Industrielles Backen unter neuen Rahmenbedingungen – welche Rolle die Produktentwicklung für Qualität und Versorgungssicherheit spielt. Welche neuen Rahmenbedingungen meinen Sie?

Die Branche wird derzeit von einer Vielzahl an Veränderungen geprägt. Die Rohstoffmärkte sind volatil, Preise unterliegen teils starken Schwankungen und auch Energie- sowie Logistikkosten steigen kontinuierlich. Gleichzeitig werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen zunehmend enger. Parallel dazu steigen auch die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten: Für den bezahlten Preis wird ein entsprechend hochwertiges Produkt erwartet. Die Produkte sollen länger frisch bleiben, bessere Nährwertprofile aufweisen und im Idealfall mit regionalen Zutaten hergestellt werden. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Produktentwicklung. Es gilt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, dabei eine konstant hohe Qualität sicherzustellen und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben, die den aktuellen Zeitgeist und die Bedürfnisse der Konsumenten treffen.

Und was bedeuten sie für Bäckerei und Müllerei?

Die veränderten Rahmenbedingungen verlangen von Bäckerei und Müllerei eine deutlich engere und vernetztere Zusammenarbeit. Schwankende Rohstoffqualitäten, steigende Kosten und neue Anforderungen, sei es durch gesetzliche Vorgaben oder durch die Bedürfnisse des Marktes, haben einen direkten Einfluss auf die tägliche Praxis. Gerade unser wichtigster Rohstoff, das Mehl, befindet sich aktuell im Wandel. Nur wenn die Abstimmung zwischen beiden Partnern gut funktioniert und die jeweilige fachliche Kompetenz optimal ineinandergreift, können eine konstant hohe Qualität, Wirtschaftlichkeit sowie die gewünschten Produkteigenschaften sichergestellt werden. Ziel ist eine durchgängige Wertschöpfung von der Müllerei bis in die Bäckerei, um durch das optimale Zusammenspiel beider Stufen ein qualitativ und technologisch bestmögliches Endprodukt zu erzielen.

Infos zum Programm sowie den Anmelde-Link gibt es hier: www.vgms.de/verband/termine/termin/vgms-getreidetagung-weihenstephan

Zum Download:
VGMS-Pressemitteilung: Nachgefragt bei Anna Gütler
Programm VGMS-Getreidetagung 2026 Weihenstephan
Pressefoto Anna Gütler ©Nadja Stoerk Photography