Mehr Nachfrage nach Hafer – Frühjahrsaussaat bietet Chancen
Die Beliebtheit von Hafer als Lebensmittel nimmt seit Jahren zu. Ob Haferflocken, Drinks, Müsliprodukte oder neue innovative Zubereitungen – Hafer gilt als heimisches Superfood mit einem positiven Image bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Entsprechend hoch ist der Rohstoffbedarf der Hafermühlen. Dank einer sehr guten Ernte mit über 930.000 Tonnen – was einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr entspricht – und deutlich ausgeweiteter Anbauflächen im Jahr 2025 ist die Versorgung mit deutschem Hafer derzeit gut.
Um auch künftig ausreichend heimischen Schälhafer zur Verfügung zu haben, sind verlässliche Anbauentscheidungen und eine frühzeitige Abstimmung zwischen Landwirtschaft und Mühlenbetrieben entscheidend. „Der Bedarf an Schälhafer ist unverändert hoch, insbesondere an Ware aus heimischem Anbau“, betont Ulrich Schumacher, Geschäftsführer der Fortin Mühlenwerke in Düsseldorf und Sprecher der Hafermühlen im VGMS. „Landwirte, die zur Frühjahrsaussaat Hafer einplanen, sollten unbedingt vorab mit den Schälmühlen Kontakt aufnehmen. Vorverträge schaffen Sicherheit auf beiden Seiten und eröffnen attraktive Vermarktungschancen.“
Hafer in der Fruchtfolge: agronomisch sinnvolle Gesundungsfrucht
Neben der guten Marktperspektive sprechen zahlreiche agronomische Vorteile für den Haferanbau. Hafer erfordert im Vergleich zu anderen Getreidearten einen geringeren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Düngeverordnung. Je enger und wintergetreidelastiger die Fruchtfolge, desto höher ist der Vorfruchtwert des Hafers einzuschätzen. Als Gesundungsfrucht lockert er Fruchtfolgen auf, unterdrückt Unkräuter und reduziert den Krankheitsdruck auf nachfolgende Kulturen. Das Infektionspotenzial mit Fußkrankheiten mindert er vor allem in engen Fruchtfolgen mit hohen Weizen-, Gersten- und Rapsanteilen. In wintergetreidelastigen Fruchtfolgen hilft Hafer bei der Bewältigung des herbizidresistenten Ackerfuchsschwanzes. Zudem fördert Hafer die Bodenstruktur und trägt zur Regeneration der Ackerböden bei.
„Hafer ist nicht nur ein gefragtes Lebensmittel, sondern auch eine ausgesprochen wertvolle Kultur für den Ackerbau“, so Schumacher. „Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bietet Hafer Lösungen, die ökonomisch und ökologisch überzeugen.“
Frühjahr 2026: Auswinterungen könnten Anbauflächen für Sommerhafer freimachen
Wie die Winterkulturen über den Winter gekommen sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Nicht überall liegt Schnee auf dem Acker. Kahlfröste und Wechselfröste sind eine ernstzunehmende Gefahr für die Winterkulturen. Bei Auswinterung kann Sommerhafer eine sinnvolle Anbaualternative sein. Preislich ist Hafer gegenüber anderen Sommergetreidearten attraktiv positioniert, insbesondere wenn Qualität und Absatz über vertragliche Vereinbarungen abgesichert sind.
„Wir sind bereit, für qualitativ hochwertigen, regional erzeugten Hafer wettbewerbsfähige Preise zu zahlen“, erklärt Schumacher. „Wer frühzeitig das Gespräch sucht, langfristig plant und die Qualitätsanforderungen berücksichtigt, kann mit Hafer stabile Deckungsbeiträge erzielen.“
Appell an die Landwirtschaft: Kommunikation und Planung im Vordergrund
Die Hafermühlen im VGMS rufen Landwirtinnen und Landwirte daher dazu auf, den Haferanbau strategisch zu planen und die Vermarktung von Beginn an mitzudenken. Der direkte Austausch mit den Mühlen hilft, Sortenwahl, Anbauweise und Qualitätskriterien optimal aufeinander abzustimmen.
„Unser klarer Appell lautet: Erst reden, dann säen“, fasst Schumacher zusammen. „Vorverträge lohnen sich – sie geben den Betrieben Planungssicherheit und sichern den Mühlen die dringend benötigten Rohstoffmengen. Gemeinsam können wir den Haferanbau in Deutschland nachhaltig stärken. Die seit 2019 bestehende „Haferanbau-Initiative“ der Schälmühlen im VGMS hat in den letzten Jahren wichtige Impulse gesetzt. Es braucht weiter eine enge Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, um die positive Entwicklung zu verstetigen.“
Informationsmaterial und kostenlose Feldrandschilder
Es besteht die Möglichkeit kostenfrei eine Broschüre mit Informationen zu Anbau und Qualitätskriterien sowie Feldrandschilder für das Haferfeld zu bestellen. Mit diesen 60 mal 60 cm großen Schildern können Landwirtinnen und Landwirte auf Hafer als wichtige Feldfrucht und gesundes Lebensmittel aufmerksam machen. Das Bestellformular ist auf der Website www.alleskoerner.de im Bereich Landwirtschaft unter Info-Material zu finden. Für den unmittelbaren Draht zum Einkauf aller an der Initiative beteiligten Hafermühlen sind deren Kontaktdaten ebenfalls dort zu finden.
Alle Informationen zur Haferanbau-Initiative finden Sie im Internet unter: www.hafer-die-alleskoerner.de/landwirtschaft/haferanbau-wissen
Zum Download:
VGMS-Pressemitteilung Haferanbau im Frühjahr

