Deutscher Mühlentag am Pfingstmontag: Vom historischen Fundament zum Rückgrat resilienter Versorgung
Traditionelles Kulturgut trifft auf moderne Systemrelevanz
Traditionell am Pfingstmontag öffnen bundesweit rund 650 historische und viele moderne Mühlen ihre Tore. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) sowie ihre Landes- und Regionalverbände laden zum Deutschen Mühlentag ein. An diesem Tag können alle, die sich für Getreide, Mehl und Brot interessieren, Einblicke in das Kulturgut Mühle und das traditionelle Müllerhandwerk bekommen. Es werden Führungen angeboten, viele Mühlen veranstalten kleine oder große Volksfeste, es gibt etwas zu Essen und Trinken und Musik. Insbesondere im Süden können auch viele moderne Mühlen besucht werden. Wo sich die Mühlen-Tore öffnen, ist hier zu erfahren: Mühlentag-Übersichtskarte. Ein Besuch lohnt sich – so oder so!
Aus langer Tradition ist die moderne Mühlenwirtschaft gewachsen. Die heute historischen Mühlen haben einst den Grundstein für Ernährungssicherheit gelegt und einzelne Dörfer oder Städte versorgt. Über Jahrzehnte sind daraus hochmoderne und effiziente Verarbeitungsbetriebe geworden, die das Rückgrat der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln bilden. Die 170 statistisch erfassten Mühlenbetriebe bilden heute den systemrelevanten Grundpfeiler unserer Ernährung und stellen über 7 Millionen Tonnen Mahlerzeugnisse pro Jahr her. Hinzu kommen viele kleine Mühlenbetriebe, die regional Bäckereien beliefern und über ihre Mühlenläden Mehl und viele andere Mahlerzeugnisse verkaufen. Solche Mühlenläden sind einfach im Internet zu finden: Mühlenkarte.
Politische Rahmenbedingungen für eine krisenfeste Versorgung
Damit die Mühlen auch künftig ihrer Verantwortung für die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln uneingeschränkt nachkommen können, muss die Politik die Systemrelevanz der Getreide- und Mühlenwirtschaft anerkennen. Denn sollten die Mühlen heute stillstehen, wären die Supermarktregale bereits nach vier Tagen leer! Um die Versorgungssicherheit auch im Krisenfall zu gewährleisten, müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden:
Wettbewerbsfähige Energiepreise: Insbesondere im europäischen Binnenmarkt müssen die Mühlen wettbewerbsfähige Preise anbieten können. Als energieintensive Industrie stehen sie unter starkem Kostendruck, dabei spielen die Energiekosten eine besondere Rolle. Hier ist Entlastung besonders notwendig.
Bürokratieabbau und schnellere Verfahren: Langwierige behördliche Entscheidungsprozesse hemmen die Entwicklung. Kurze, unkompliziertere Genehmigungsverfahren sind dringend geboten, damit die Unternehmen in Zukunftsfähigkeit investieren können.
Planungssicherheit: Die Mühlenwirtschaft ist ein hochmoderner Sektor, der in Nachhaltigkeit investiert. Da sich solche Investitionen oft erst nach vielen Jahren amortisieren, sind die Unternehmen auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen.
Versorgung mit Getreide: Ein modernes Düngerecht muss bedarfsgerechte Düngung und Grundwasserschutz vereinen, um Erntemengen und Getreidequalitäten nachhaltig zu sichern. Nur so bekommen die Mühlen Versorgungssicherheit für ihren wichtigsten Rohstoff.
Der Deutsche Mühlentag verdeutlicht die historische und gesellschaftliche Bedeutung des Müllerhandwerks. Damit die moderne Mühlenwirtschaft diese Verantwortung auch in Zukunft erfüllen kann, ist die Politik nun in der Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Branche ihre Aufgabe nachhaltig erfüllen kann.
Zum Download:
VGMS-Pressemitteilung: Mühlentag
VGMS-Pressefoto: 260520-Blick-in-die-Mühle
© Bundesmühlenontor GmbH/Hoeft

