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24.08.2026

VGMS fordert: Agrarlogistik stabilisieren

Leistungsfähige Schiene, Wasserstraße und Straße sind Voraussetzung für Versorgungssicherheit. Gemeinsam mit Verbänden der Agrar- und Ernährungswirtschaft fordert der VGMS deshalb kurzfristige Entlastungen und eine langfristig verlässliche Infrastrukturpolitik. Ein gemeinsames Positionspapier wurde am Freitag an Bundesverkehrsminister Bilger übersandt.

Die logistische Situation für die Agrar- und Ernährungswirtschaft spitzt sich zu. Niedrige Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen treffen auf erhebliche Probleme im Schienengüterverkehr und begrenzte Kapazitäten auf der Straße. Gleichzeitig sorgt die Nacherntephase für einen besonders hohen Transportbedarf.

Für die Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft sind verlässliche Transportketten unverzichtbar. Große Mengen Getreide und anderer Agrarrohstoffe müssen zwischen Landwirtschaft, Handel, Häfen und Verarbeitungsstandorten bewegt werden. Rund 30 Prozent der Agrarprodukte werden per Binnenschiff transportiert. Niedrigwasser reduziert die Ladekapazitäten und lässt Transportkosten und Dispositionsaufwand steigen. Gleichzeitig erschweren Baustellen, fehlende verlässliche Fahrpläne und Probleme bei kurzfristig benötigten Verkehren die Verlagerung auf die Schiene.

Kurzfristig Kapazitäten besser nutzen

Der VGMS fordert gemeinsam mit den beteiligten Verbänden kurzfristige Maßnahmen, um die vorhandenen Transportkapazitäten besser nutzen zu können. Dazu gehört insbesondere eine befristete und unbürokratische Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts von Lkw von 40 auf 44 Tonnen für versorgungsrelevante Agrargüter und Betriebsmittel, wenn Transporte auf Schiene oder Wasserstraße ausfallen. Auch kurzfristig notwendige Spot-Verkehre auf der Schiene müssen in Krisensituationen ermöglicht werden. Zugleich soll die Benachteiligung loser Agrarschüttgüter im Kombinierten Verkehr beseitigt werden.

Schiene, Wasserstraße und Straße gemeinsam stärken

Langfristig braucht Deutschland aus Sicht des VGMS eine Infrastrukturpolitik, die alle drei Verkehrsträger als Teile eines resilienten Gesamtsystems betrachtet. Wasserstraßen und Schleusen müssen modernisiert, kritische Engpässe beseitigt und Investitionen in niedrigwassergeeignete Schiffe unterstützt werden. Im Schienengüterverkehr braucht es verlässliche Fahrpläne, ausreichend verfügbare Trassen und besser koordinierte Baustellen. Auch die Straßen- und Brückeninfrastruktur muss leistungsfähig erhalten werden.

„Versorgungssicherheit setzt funktionierende Logistik voraus. Schiene, Wasserstraße und Straße dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen alle drei Verkehrsträger leistungsfähig und verlässlich – und zwar nicht erst in der nächsten Krise“, sagt Peter Haarbeck, Geschäftsführer des VGMS.

Das gemeinsame Positionspapier der Verbände-Initiative Agrarlogistik wurde am Freitag an Bundesverkehrsminister Bilger übersandt. Die beteiligten Verbände bieten Politik, Verwaltung, Infrastrukturbetreibern und Verkehrsunternehmen zugleich ihre Unterstützung an, um gemeinsam praxistaugliche Lösungen zur Stabilisierung der Agrarlogistik zu entwickeln. 
 

Zum Downolad:
Positionspapier: Agarlogistik stabilisieren